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Toni Allmayr Steig:
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittelschwer
Höhenunterschied:
Kletterzeit: (2er Seilschaft): 1,5 Stunden vom Zochenpaß
Geschichte der Errichtung:
Über Anregung vom Hüttenwirt
des ÖTK-Schutzhauses Kerschbaumeralm, Wibmer Hans, der diesen Plan schon
jahrelang verfolgt hat, und nach Zusage der Sektion Lienz des ÖTK, die
Organisation und Finanzierung des Steiges zu übernehmen, beginnen Männer
der Bergrettung, mit Obmann Istenich Heinz an der Spitze, im Herbst 1999
die ersten Klebebohrhaken zu setzen. Im Juni 2000 wird die Arbeit
fortgesetzt, die Trasse von losem Gestein gesäubert, markiert und
ausgemessen. Die Seile werden von der Firma Wito zu sehr zuvorkommenden
Konditionen bezogen. Insgesamt werden 415 Meter Stahlseil eingebaut. Diese
müssen jedoch vorher gereinigt, zugeschnitten und an den Enden mit Hülsen
abgeklemmt werden. Per Hubschrauber werden die Seile an drei Stellen des
Grates abgesetzt und anschließend montiert. Teilweise sind 14 Mann
gleichzeitig am Ostgrat unterwegs. Eine Arbeit, die von der Lienzer
Bergrettung unentgeltlich erbracht wurde. Gleichzeitig wurde von Bruckner
Hans eine Wandbuchkassette mit den Emblemen der Bergrettung und des ÖTK
gestaltet und knapp unterhalb des Ausstieges montiert. Ende August konnte
noch die gefährliche Steinschlagstelle beim Wandbuch abgesichert werden,
indem dort ein ebener Rastplatz in luftiger Höhe geschaffen wurde.
Eröffnung und Namensgebung: Die offizielle Eröffnung des Steiges
fand am Sonntag, 24. 9. 2000 statt. Der Steig wurde nach dem im Jahre 1999
tödlich verunglückten Obmann der Lienzer Bergrettung "Allmaier Toni Weg"
benannt.
Routenverlauf: Der Klettersteig beginnt am Zochenpaß und führt
stets in Kammnähe westwärts. Bei einem gelben Wandabbruch leitet das erste
Seil einen Riss hinauf zum Grat, der stellenweise mit bizarren Zacken
bestückt ist, die spektakuläre Durchblicke zur Kerschaumeralm gestatten.
Manche Türme sind auf der Rückseite nur harmlose Graterhebungen und bieten
sich als ideale Fotokulisse an, um den Daheimgebliebenen das Schaudern zu
lehren. Während man auf der Südseite fast ausnahmslos über Schrofen
durchsetztes Grasgelände wandert, wartet die schroffe Nordflanke stets mit
kurzen Kletterpassagen auf, die Kamine, Wandquerungen, Kriechbänder und
einen schmalen Felsspalt nutzen.
Dieser stete Wechsel bringt den Reiz der ersten Hälfte des Steiges, der am
"Hexenplatzl", einer runden Kuppe mit einem kreisförmigen Grasfleck, endet
( ca. 1 Stunde ).
Von hier gewinnt man einen guten Überblick über den steilen Gipfelaufbau.
Man merkt sofort, dass es nun etwas ernster werden wird.
Steigspuren und im festen Schutt ausgehauene Tritte leiten in eine tiefe
Einkerbung hinunter. Beiderseits strömen Schuttriesen zu Tal. Entlang von
Felsbändern wechselt man zu einer Geröllflanke hinüber und erreicht über
recht bewegliches Gelände den Wandansatz, wo eine Rampe nach links oben
direkt zum Fuß eines breiten Kamins leitet. Hier befindet sich die
Schlüsselstelle der Tour; eine griffarme Platte die schräg nach links oben
zu überwinden ist. Der anschließende Rechtsknick mündet in einen Kamin,
der ein paar Spreizschritte abverlangt, ehe man am Schotterplatz beim
Wandbuch steht. Eine erdige Rinne führt nach rechts in einen Felsspalt zu
einem Klemmblock hinauf. Mit wenigen Kletterschritten entsteigt man der
Felsschlucht direkt neben dem Gipfelkreuz.
Gehzeit: ca. 1 1/2 Stunden (verlängert sich entsprechend, wenn man den
Reiz des Steiges und die tolle Aussicht nach Norden und Süden entsprechend
genießen will).
Schwierigkeit: aufgrund
mäßiger Felsqualität, herrscht an einigen kurzen Passagen
Steinschlaggefahr. Hier ist Vorsicht beim Nachsteigen und Rücksicht beim
Vorausgehen geboten.
Der Steig ist gut markiert (roter Punkt mit blauem Rand), jedoch nicht
durchgehend gesichert und weist keinerlei künstliche Tritthilfen oder gar
Leitern auf. Vom Begeher wird daher Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und
ein gewisses Maß alpiner Erfahrung gefordert. Die erste, dem Kamm entlang
verlaufende Hälfte ist vom Schwierigkeitsgrad als leicht zu bewerten.
Ungleich ernster und technisch anspruchsvoller ist der Gipfelaufbau, der
somit eine Gesamtbewertung des Steiges als mittel rechtfertigt.
Abstieg und Rückblick: Der
Abstieg erfolgt über den "Hans Falkner Weg", dem Normalweg über die
Westabdachung zur Weittalscharte und ein Schotterkar hinunter zu den
Almwiesen. Ein weiterer Reiz der Tour liegt darin, dass nahezu der gesamte
Wegverlauf vom Kerschbaumeralm Schutzhaus aus eingesehen und von dort die
Tour quasi rekapituliert werden kann. |