Verhaltensregeln beim Bergwandern

Bergwandern zählt neben Radfahren, Schwimmen und Skilaufen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Österreich. Bei jedem 2. Bergtoten wird Herz- und Kreislaufversagen diagnostiziert, das durch die Anstrengung verursacht wird und meist völlig überraschend eintritt. Todesstürze durch Ausrutschen stehen entgegen der verbreiteten Meinung erst an zweiter Stelle.

Eine Bergwanderung ist kein Spaziergang im Stadtpark, selbst wenn dieser Eindruck bei wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein leicht entstehen kann. Bei Erschöpfung oder Verletzung gibt es kein Taxi oder Rettungsauto, das in drei Minuten zur Stelle ist, und nur in den seltensten Fällen ein Gasthaus, in dem man sich erholen beziehungsweise aufwärmen kann. Wer in die Berge geht, der muss mit kritischen Situationen rechnen und sich darauf vorbereiten. Die Missachtung von einfachen Sicherheitsregeln kann tödlich sein.

5 gefährliche Fehler beim Bergwandern

1 Ohne entsprechende Ausrüstung in die Berge gehen: Vor allem unzureichendes, rutschendes Schuhwerk kann zu Fußverletzungen und Ausrutschen führen. Unverzichtbar im Rucksack: Regenschutz, Pullover und Taschenlampe, ein Handy kann im Notfall Leben retten.
2 Tourenplanung vernachlässigen: Die Folgen einer schlechten Planung und damit oft verbundenen "überlangen" Touren sind Übermüdung und somit unkonzentriertes Wandern, das in weiterer Folge Verletzungen begünstigt.
3 Untrainiert auf Tour: Viele Bergwanderer überschätzen ihre Kondition und muten sich zuviel zu. Herz- und Kreislaufprobleme sind quasi vorprogrammiert, der Organismus ist geschwächt und anfälliger für "Ausrutscher". Deshalb: Machen Sie sich fit für die Berge bzw. beginnen Sie mit einfacheren, kurzen Touren!
4 Wetterprognosen auf die leichte Schulter nehmen: Gewitter können in den Bergen zur ernsten Bedrohung werden, die Gefahr des Orientierungsverlusts steigt, die Panik des unerfahrenen Wanderers meistens auch. Den sogenannten Wettersturz gibt es durch die relativ genauen Wettervorhersagen in den Medien nur mehr in Ausnahmefällen!
5 Auf’s Trinken, Essen und Pausieren vergessen: Wer ist als Erster am Berg? Derart ehrgeizige Kindereien sollten Sie spätestens ab 1000 Höhenmetern vergessen, denn Müdigkeit und Konzentrationsprobleme beeinträchtigen die Trittfestigkeit und schwächen das Herz-Kreislaufsystem.
 

Verhalten im Notfall

Die Verwirrung beginnt oft schon bei den Wegweisern, da in Österreich eine einheitliche Beschreibung des Wanderwegenetzes nicht möglich ist, solange sich die Landesregierungen diesbezüglich nicht einigen. Hier wäre eine Reform an der Zeit. Sollten Sie am Berg in Bedrängnis kommen, bleiben Sie ruhig und verständigen Sie die Bergrettung (Euro Notruf: 112, Bergrettung: 140, Alpines Notsignal: In regelmäßigen Abständen sechsmal in der Minute ein optisches oder akustisches Zeichen – hierauf eine Minute Pause. Wiederholen, bis Antwort festzustellen ist).

zurück