Erste Hilfe - warum speziell
der Bergführer?
- Höhere statistische Wahrscheinlichkeit
- Jeder 4. Österreicher und Millionen Touristen wandern in den österreichischen
Bergen
- 300 tödliche Unfälle/Jahr
- Herz- Kreislaufversagen und Mangel an alpiner Erfahrung als Hauptursachen
Stellenwert des Bergsports aus gesundheitlicher Sicht
- Medizinische Studien stellen sehr positive Auswirkungen fest, u.a. auf Blutbild, Sauerstofftransport, Blutdruck, Gewicht, Fettstoffwechsel, Blutzucker
- Aber auch auf die Psyche –
u.a. weniger subjektive Beschwerden, positivere Lebenseinstellung, bessere Schlafqualität
Anforderungen an den Ersthelfer am Berg im Vergleich um Tal
- Schwierigere Umweltbedingungen (Kälte, Wind, Gelände)
- Weniger Ressourcen (kleine Rucksackapotheke, weniger Helfer)
- Längere Alarmierungszeiten
- Schwierige Transportbedingungen
- Psychische Ausgesetztheit
Verteilung der Notfälle
- Flugrettung: je nach Stützpunkt in alpinen Bereichen ca. 70%
traumatologische Notfälle, davon mindestens die Hälfte leicht verletzt
- Interne Notfälle – va. Herzinfarkt
- Neurologische Notfälle – epileptische Anfälle und Schlaganfälle
2 entscheidende Fragen stellen sich dem Bergführer als Ersthelfer
- Wann und wie muss ich professionelle Hilfe organisieren?
- Was kann und soll ich überhaupt bzw. in der Zwischenzeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe tun?
Hilfsmittel um diese Entscheidung treffen zu können
- Notfallcheck
- Handy, Funkgerät, Kurier
- Telephonnummern
Notfallcheck
- Bewußtsein – Fragen
- Symptome/Beschwerden? Schmerzen?
- Atmung?
- Kreislauf?
- „von Kopf bis Fuß“
- regionaler Befund
Lageänderung bzw. Aufsetzen erst wenn folgendes gegeben ist
- Keine Nackenschmerzen, Druckschmerz der Wirbelsäule
- Kein Schmerz, Gefühlsstörung d. Extrem.
- Normale Gefühl bei Berührung
- Normale Motorik
- (möglichst nur selbstständig aufsetzen lassen)
Die WICHTIGEN Maßnahmen
- Sichere Atemwege
- Wirbelsäulenimmobilisation
- Vermeiden der Unterkühlung
- Überwachung und psych. Betreuung
- Schockbehandlung
Maßnahmen fürs „Image“
- Wundversorgung: Reinigung und Verband
- PECH – Pause
- PECH – Eis
- PECH – Compression
- PECH – Hochlagern
- Knochenbrüche
- Schneeblindheit
- „Unpässlichkeiten“
Apotheke im Rucksack und auf der Hütte
- Medikamente nur verwenden wenn man weiß wie sie verwendet werden
- Schmerzmittel, krampflösende Mittel, Hustendämpfende Med., Nasentropfen, Halsschmerzen, Durchfall, Erbrechen
- Magenschmerzen, Desinfektionsmittel
- Aspirin, Nitrokapsel, Tramaltropfen, Augensalbe u. Tropfen,
- SAM Splint, Blasenpflaster, Verbandsmaterial
Zukunft
- Einführung in Medikamentenlehre?
- Tapingtechnik?
- Besonderheiten bei Gästen mit chronischen Krankheiten (Herzkrankheiten, nach Operationen, Zuckerkrankheit usw.)?
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