Medizinisches Aus- und Fortbildungskonzept der Ortsstelle Lienz
Was soll das Bergrettungsmitglied - der Sanwart - der Notarzt können?

das Bergrettungsmitglied:

- Gute Erste Hilfe Ausbildung für den Alltag, für den "Alltag am Berg" bei den eigenen
  Touren für organisierte Einätze
- alle 3 Jahre wird ein 16 stündiger Erste Hilfe Kurs bzw. 8h Auffrischung beim ÖRK
  angeboten
- bergspezifische Notfälle sollen bei den medizinischen Pflichtabenden und bei Übungen
  am Programm stehen
- dafür sollten im Jahr 3 medizinische Abende und je 1 Winterübung und 1 Sommerübung
   zur Verfügung stehen
- jedes Bergrettungsmitglied sollte in der Lage sein:
  1. Bewusstsein und Atmung beurteilen können
  2. Wiederbelebung durchführen können
  3. die Lagerung und Überwachung eines Bewusstlosen beherrschen
  4. Erkennen und Erstversorgen von unkomplizierten Verletzungen
      (z.B. Unterschenkelfraktur mit Lagerung auf der Vakuummatratze )
  5. zu wissen wann und wie ein Notarzt verständigt werden muss
- Ausrüstung: Rucksackapotheke mit Verbandsmaterial und 2 kleine Wärmebeutel
 

der Sanwart:

- sollte natürlich die Kriterien des Bergrettungsmitglieds erfüllen
- dazu noch in der Lage sein dem Notarzt zu assistieren, d.h.
  - gute Kenntnisse der medizinischen Ausrüstung und Geräte
  - Pflege und Wartung der Ausrüstung
  - Hilfe bei notärztlichen Maßnahmen (Infusion vorbereiten, Intubation)
  - Unterstützung des Bergrettungsarztes bei der Ortsstellenfortbildung
  - Unterstützung bei z.B. Impfaktion
- beherrscht den Notfallcheck
- kann eine Sanitätsstation einrichten
- bei Lawinenunfällen eine Wärmepackung vorbereiten
- ein Einsatzprotokoll erstellen
- Ausgabe und Aufteilung der medizinischen Ausrüstung am Beginn des Einsatzes
- bei der Umsetzung des Medizinproduktegesetzes behilflich sein
 

der Bergrettungsarzt:

- sollten Notarztqualifikation haben
- sind für die medizinische Fortbildung in der Ortsstelle verantwortlich
 -sollten eine Qualitätssicherung im medizinischen Bereich durchführen
 -sollte die Notarztspezifische medizinische Ausrüstung (Ampullariurn, Intubation,
   Hyperhaes usw .) nach notfallmedizin. Gesichtspunkten für sich
   zusammenstellen, warten und im Einsatzfall selbst mitnehmen
- die medizinische Leitung im Einsatz
- die medizinische Versorgung des Notfallpatienten
- Erstellen eines patientenbezogenen Notfallprotokolls, Anmeldung und
  Übergabe des Patienten
- Leiten des medizinischen Teils der Einsatz oder Übungsnachbesprechung
 

Dr. Franz Krösslhuber
Bergrettungsarzt
Februar 2003

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